Geschichte des Hauses

Das Deutsche Hirtenmuseum Hersbruck befindet sich in einem denkmalgeschützten Fachwerkensemble aus Ackerbürgerhaus des 16. Jahrhunderts mit großem Innenhof, einer Scheune und einem weiteren Gebäude mit Garten.

Bereits im Jahr 1905 wurde darüber diskutiert, in Hersbruck ein Museum zu gründen. Damals allerdings scheiterten die Überlegungen an der Frage, in welche Räumlichkeiten ein Museum einziehen könne. Es sollte mehr als zwanzig Jahre dauern, bis die Idee konkret wurde: 1926 bot Paul Holzmann das Anwesen Eisenhüttlein 7 der Stadt Hersbruck zum Kauf an, um die Raumfrage zu lösen. Mit dem Anwesen übernahm die Stadt Holzmanns heimatkundliche Sammlung gleich mit. Fünf Jahre später wurde ein Museumsausschuss gegründet, der viele Jahre lang über die inhaltlichen und organisatorischen Belange des Museums entschied. Außerdem wurden 1931 zwei Räume im Rathaus als Depot zur Verfügung gestellt – nun konnte begonnen werden, eine Sammlung aufzubauen. Rudolf Wetzer, der die Museumssache maßgeblich vorantrieb, rief die Gemeindehirten der Umgebung zu einem Treffen zusammen – sie spendeten Objekte ihrer Arbeitskultur für die Sammlung des entstehenden Museums. Daraus ergab sich die inhaltliche Ausrichtung des Museums auf die Hirtenkultur; zudem waren auf diese Weise die Hirtentreffen ins Leben gerufen, die das Deutsche Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck noch heute als „Hirtentag“ am 6. Januar feiert. Wetzer leitete das Museum viele Jahre lang ehrenamtlich. Obwohl noch 1932 die meisten Räume des Hauses im Eisenhüttlein bewohnt waren, wurden bereits als erste Sonderausstellung Werke des Kunstmalers Leonhard Raum gezeigt.

1933 gilt als das eigentliche Gründungsjahr des „Heimat- und Hirtenmuseums“: Das Depot im Rathaus musste geräumt werden und der Ausbau des „Holzmann-Hauses“ zum Museum begann (bis 1944). Die bereits vierte Sonderausstellung, die „Handwerkerschau“, gab 1933 für viele Jahre einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt des Museums vor. 1938 wurde die Sammlung auf internationale Hirtenkultur erweitert. Auch die Sonderausstellung „Vom Kienspan zum Glühlicht“ von 1939 hinterließ bis heute Spuren in der Dauerausstellung. Während der letzten Kriegsjahre und nach dem Krieg konnte der Museumsbetrieb nur eingeschränkt aufgenommen werden: Zwischen 1942 und 1953 mussten Notwohnungen im Museum eingerichtet werden, sodass lange Zeit nur das Erdgeschoss als Ausstellungsfläche zur Verfügung stand. 1955 endlich begann ein erneuter Umbau. In den 1960er Jahren wurde der „Bock’sche Stadel“, die heutige Museumsscheune, als „Handwerksmuseum“ dem Museum angegliedert, der Backofen im Innenhof aufgebaut und der Förderverein gegründet.

Erst seit 1989 wird das Museum hauptamtlich geleitet. In den 1990er Jahren beschloss der Stadtrat eine Neuausrichtung des Museums auf die Hirtenthematik – so wurde aus dem einstigen „Heimat- und Hirtenmuseum“ das Deutsche Hirtenmuseum der Stadt Hersbruck.

Bald darauf wurden erste Pläne zur Neukonzeption diskutiert. Die Handwerkerschau in der Scheune wurde abgebaut, die Scheune selbst wurde saniert und 2009 mit der Dauerausstellung „Mensch und Tier“ im 2. Obergeschoss neu eröffnet. Neben der historischen Sammlung im alten Stil zum Hirtenwesen, zur Stadtgeschichte und der Alltagskultur im Hauptgebäude hat das Deutsche Hirtenmuseum nun eine attraktive, interaktive Ausstellung, die den Ansprüchen eines heutigen Museums gerecht wird. Mit dem Einbau des „Soergel-Ladens“, einer ehemaligen Hersbrucker Lederwarengroßhandlung, wurde die Dauerausstellung 2013 abermals um ein Stück erweitert. Erst seit kurzem werden die Räumlichkeiten der Museumsscheune für eine Vielzahl von Veranstaltungen genutzt, und die Schankwirtschaft „Zum ESPAN“ zieht in den Sommermonaten ihre Gäste zum Entspannen in den Innenhof.